Interview im SWR 1


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Der SWR 1 bat mich zu einem Interview: Liebe macht dick. Aber auch attraktiv! Dies war das Thema: "Das ist kurz gesagt das Ergebnis einer repräsentativen Forsa Umfrage: 1218 Personen wurden befragt. Jeder Vierte hat erklärt, in der Ehe an Gewicht zugelegt zu haben. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Aber auch attraktiver! Das finden immerhin 14 Prozent der Befragten."

Das Interview beim SWR 1:

SWR 1: In Ihrem „ Aufwind-Institut “ bieten Sie Paaren Beratung an.  Wie sehen Sie das? Ist an den Studienergebnissen was dran?

K.K.: Es ging bei der Umfrage darum, was sich in der Partnerschaft durch die Dauer und die Verbindlichkeit in einer Ehe verändert. Wenn die Leute dicker werden, könnte es gut sein, dass dies mit Sicherheit und Bequemlichkeit zu tun hat.

SWR 1: Lassen sich Frauen und Männer „gehen“ in  der Ehe, weil es ja nicht mehr drauf ankommt?

K.K.: Aus meiner Sicht ist es nicht förderlich für die Liebe, wenn Bequemlichkeit Einzug in die Beziehung hält. Das gemeinsame Essen mag schön sein und sich nach Familie, Mama und Papa und zu Hause anfühlen. Doch so schön auch die Gemeinsamkeit des Essens ist, Liebe braucht auch das Unbekannte oder Unvorhergesehene.

SWR 1: 14 Prozent der Verheirateten legen an Gewicht zu, finden sich aber gleichzeitig attraktiver. Ist das ein Widerspruch oder macht die  Ehe gelassener?

K.K.: 14 Prozent finden sich attraktiver. Aber was meinen dazu die anderen 86 Prozent? Attraktivität hat wohl weniger mit dem Körpergewicht zu tun. Ein Mensch ist dann attraktiv, wenn er über Eigenschaften verfügt, die für eine Beziehung förderlich sind. Das ist Einfühlung, gut Zuhören, aber auch Abgrenzung und für selbst einsetzen können. Gelassenheit ist sicher eine gute Basis für eine Partnerschaft, speziell wenn es um das Ansprechen von Themen geht, die zu Konflikten führen könnten. Echte Harmonie entsteht ja oft erst, wenn beide mutig genug sind, ihre Wünsche konsequent vorzubringen, gerade auch dann, wenn der Partner damit nicht gelassen umgehen kann.

SWR 1: Ob man dicker wird, oder bequemer….Was macht in Ihren Augen eine gute Ehe aus?

K.K.: Ich habe mich intensiv damit beschäftig, was glückliche Paare anders machen, im Vergleich zu unglücklichen Paaren. Glückliche Paare streiten zum Beispiel nicht. Es wird zwar immer erzählt, Streit muss sein, doch das lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Im Gegenteil! Streit heißt für mich, niemals in schlechter Stimmung über Probleme zu reden und die apokalyptischen Reiter zu vermeiden. Stattdessen sollte man für gute Stimmung sorgen und dann nach guten Lösungen suchen. Eine gute Beziehung lebt auch von der Unterstützung des Umfeldes. Wenn ein Auto nicht mehr gut läuft, sucht man sich eine KFZ-Werkstatt. Wenn eine Beziehung kriselt, ist es ein gutes Anzeichen, wenn man nicht zu lange wartet und lieber Hilfe sucht. Bequem wäre in jedem Fall, die Probleme auszusitzen. Aussitzen macht nicht wirklich attraktiv. Körperfülle kann attraktiv sein und Bequemlichkeit äußerst unattraktiv.

SWR 1: Gibt es typische Probleme in der Ehe, mit der Paare zu Ihnen kommen? Gibt es sowas wie ein Rezept oder einen Spruch  für eine gute Beziehung ?

K.K.: Das typischste Problem ist der Streit. Paare kommen zu mir, weil sie zu viel streiten und die schlimmen Emotionen und den Stress nicht mehr aushalten. Oft kommen die Paare viel zu spät. Kurz vor 12 oder weit darüber hinaus. Als erstes bringe ich den Paaren bei, mit dem Streiten aufzuhören. Das bringt sofort Ruhe in die Beziehung. Streit schadet der Beziehung. Da ich auch Traumatherapeutin bin, erkläre ich den Paaren, dass Streit die Sprachregion im Gehirn lahm legt.

Ich habe durchaus Regeln für eine gute Beziehung definiert. Diese Regeln helfen den Paaren wirklich. Diese befinden sich auf meiner Website oder in meinem Youtube-Kanal. Dort finden Paare bei Krisen Hilfe. Das kostet nichts. Diese Regeln sind außerdem Grundlage des Buches, welche ich gerade über meinen speziellen Ansatz schreibe.

Aus meiner Sicht sind 4 Punkte besonders wichtig:

  1. Beharrlich die eigenen Wünsche vorzutragen,
  2. Sich nicht von der Angst und dem Widerstand des anderen anstecken zu lassen,
  3. Immer mit innerer Ruhe miteinander sprechen
  4. In schwierigen Zeiten sich und dem anderen treu bleiben.
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